Kyjiws dunkelste Nacht: Wasser versiegt, während die Opferzahl im Dorf auf 40 steigt
Russische Angriffe lösten am Mittwoch stundenlange Strom- und Wasserausfälle in Kyjiw und den umliegenden Regionen aus, während Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, die Opferzahl nach dem Bombenangriff vom Montag auf eine Hilfsgüter-Verteilstelle in einem Dorf im Süden der Ukraine sei auf 40 gestiegen, und Dutzende weitere könnten noch unter den Trümmern begraben sein — einer der tödlichsten Angriffe auf Zivilisten in fast fünf Jahren Krieg. Die beiden Ereignisse, nur einen Tag auseinander, beschreiben einen Krieg, in dem die zivile Infrastruktur weiterhin die direkten Auswirkungen der Kämpfe trägt, während sich Diplomaten auf ein Treffen vorbereiten — und einen Winter, in dem es ebenso dringend wird, Strom und Wasser am Laufen zu halten, wie alles andere auf dem Schlachtfeld.
Der Angriff auf die Hauptstadt war der größte der Energieoffensive dieses Herbstes. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe über Nacht mit 310 Drohnen angegriffen, darunter 81 mit Strahlantrieb, einen Tag nachdem Angriffe auf Kraftwerke und Umspannwerke in neun Regionen den Strom rund um Kyjiw lahmgelegt hatten. Der staatliche Netzbetreiber Ukrenergo erklärte, Energieanlagen seien innerhalb von 24 Stunden mehr als 20 Mal getroffen worden, und das russische Verteidigungsministerium sagte, seine Streitkräfte hätten zwei Kraftwerke in den Regionen Kyjiw und Schytomyr getroffen. Das Wasserversorgungsunternehmen der Stadt teilte mit, die Angriffe hätten den schlimmsten Wasserausfall der Stadt seit Beginn des umfassenden Krieges verursacht, wobei die Versorgung in den meisten Bezirken mehr als einen Tag lang unterbrochen war — weit länger als die wenigen Stunden, die Ausfälle nach früheren Angriffen gedauert hatten. Die Bewohner wurden aufgefordert, öffentliche Trinkwasserbrunnen zu nutzen, und eilig wurden Notfallzentren eingerichtet, die heißen Tee und Stromanschlüsse zum Aufladen von Telefonen anboten. Die Versorgung wurde später wiederhergestellt, und das Energieunternehmen DTEK teilte mit, die Notabschaltungen in Kyjiw seien beendet worden, nachdem Reparaturteams das System stabilisiert hätten, obwohl Beamte warnten, das Netz bleibe fragil.
Auch die Opferzahl des früheren Angriffs stieg — und könnte weiter steigen. Am Montag schlugen mehrere russische Lenkbomben in eine ehemalige Schule und eine nahe gelegene Schutzunterkunft im Dorf Komyschuwacha nahe der Frontlinie in der Region Saporischschja ein, als Anwohner auf humanitäre Hilfe warteten. Selenskyj sagte, die Zahl der Toten habe 40 erreicht, und fügte hinzu, dass 30 weitere Menschen noch unter den Trümmern begraben sein könnten und die endgültige Zahl bei etwa 70 liegen könnte. Iwan Fedorow, Ko-Vorsitzender des regionalen Verteidigungsrates, sagte, 59 Menschen würden vermisst, und 12 aus den Trümmern geborgene Leichen seien bisher identifiziert worden. Selenskyj sagte, russische Streitkräfte hätten neun Fliegerbomben abgeworfen und dabei Menschen getroffen, die Hilfe sammelten, und dann Rettungskräfte, und nannte den Angriff „wahnsinnig“ und einen Beweis dafür, dass Russland nicht deeskalieren wolle. Die Rettungskräfte suchten am Mittwoch noch, am dritten Tag ihrer Arbeit, während russische Drohnen den Einsatz behinderten, sagten lokale Beamte.
Beide Seiten geben unvereinbare Darstellungen darüber ab, was getroffen wurde. World Central Kitchen, die Lebensmittel und Wasser an die Gemeinde liefert, erklärte, die Einrichtung sei ein humanitäres und administratives Zentrum gewesen, und Selenskyj beschrieb sie als Schutz- und Hilfszentrum. Das russische Verteidigungsministerium sagte, seine Streitkräfte hätten ukrainische Militäreinheiten rund um Komyschuwacha und zwei weitere Siedlungen ins Visier genommen und bis zu 25 ukrainische Soldaten getötet. Russland äußert sich nicht zu Berichten über zivile Opfer, und beide Seiten bestreiten, absichtlich Zivilisten ins Visier zu nehmen. Die Zahlen aus Komyschuwacha bleiben vorläufig, während die Bergungsarbeiten andauern, und konnten in der geprüften Berichterstattung nicht unabhängig verifiziert werden. Ukrainische Angriffe töteten am selben Tag drei Menschen in der russischen Region Belgorod, hieß es in derselben Berichterstattung.
Die Diplomatie bewegt sich nun schneller als die Rettungsarbeiten. Selenskyj hielt eine Koordinierungssitzung zur Wiederherstellung der Stromversorgung ab und sagte den Ukrainern, russische Angriffe gingen praktisch jeden Tag weiter und die Reparaturarbeiten liefen rund um die Uhr. Verhandlungen auf Teamebene unter Beteiligung Amerikas, der NATO, Europas und der Ukraine fanden am Mittwoch in Brüssel statt, und ein Treffen im Weißen Haus am Donnerstag bringt russische und ukrainische Vertreter zusammen, in Vorbereitung auf trilaterale Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten, die für den 10.–11. November in Abu Dhabi angesetzt sind. Selenskyj, der vor den Gesprächen mit Trumps Gesandten gesprochen hatte, hat darauf bestanden, dass jede Einigung eine fähige ukrainische Armee erhalten und durchsetzbare Sicherheitsgarantien unter Beteiligung europäischer Partner bieten müsse, und hat gesagt, diese Garantien „müssten eisern sein“.
Für Ukrainer, die einem Winter mit Stromausfällen entgegensehen, ist die Frage dringlicher als der Kalender der Gespräche: ob der Strom anbleibt. Russland hat seine nahezu täglichen Angriffe auf die Energieanlagen der Ukraine fortgesetzt, während die Temperaturen sanken, und Kyjiws Wassersystem — zum Teil durch frühere Angriffe auf die Heizkraftwerke der Hauptstadt lahmgelegt — hat kaum noch Spielraum. Der schlimmste Wasserausfall des Krieges in der Hauptstadt dauerte diesmal kaum mehr als einen Tag. Die Angst in Kyjiw ist, was passiert, wenn der nächste länger dauert, und die Hoffnung ist, dass die Gespräche in Abu Dhabi, eine Woche entfernt, etwas hervorbringen, was die letzte Runde der Diplomatie nicht gebracht hat: eine Pause in der Kampagne gegen das Stromnetz.
- Leigh Journal (AP), "Russische Angriffe stören die Stromversorgung in Kyjiw, während die Opferzahl in einem betroffenen Dorf auf 40 steigt"
- US News Pulse, "Kyiv Power and Water Outages Follow Russian Strikes on Ukraine's Energy Grid"
- KTBB (AP), "Russian attacks disrupt power in Kyiv, while the death toll in a stricken village rises to 40"
- Bob News 24, "Over 40 Dead as Russian Attacks Leave Kyiv Without Power"
- South Punjab News (AP), "Russian attacks disrupt power in Kyiv, while the death toll in a stricken village rises to 40"
